Tag: Vortrag

  • Musica Universalis – Grenzgänge zwischen Astronomie und Musik

    Musica Universalis – Grenzgänge zwischen Astronomie und Musik

    Referent: Prof. Dr. phil. Michel Roth (Hochschule für Musik Basel/FHNW)

    Als Galileo Galilei in seinem Dialog (1632) das alte und das neue Weltbild verglich, folgte er auch dem Vorbild seines Vaters, dem einflussreichen Musiker Vincenzo Galilei, der 50 Jahre früher einen Dialog zwischen der alten und der neuen (Barock-)Musik veröffentlichte und damit ebenfalls ziemlich Staub aufwirbelte. Der Sprössling Galileo zeigte Talent auf der Laute, während sich Vater Vincenzo nebenbei als Experimentalphysiker betätigte und Teile der antiken Musiktheorie widerlegte.

    Ausgehend vom Epochenwechsel um 1600 beleuchtet der Vortrag die enge Verflechtung von Astronomie und Musik: von der Vorstellung einer Musica Universalis im Altertum über Johannes Keplers Planeten-Melodien bis zu Pulsaren als Metronome.

  • Gravitationswellen – eine neue Art unseren Kosmos zu beobachten

    Gravitationswellen – eine neue Art unseren Kosmos zu beobachten

    Referent: Dr. Eduardo Rubio-Herrera (Planetarium VHS)

    Gravitationswellen sind Schwingungen von Raum und Zeit, die Albert Einstein zu Beginn des 20. Jahrhunderts theoretisch vorhergesagt hat. Sie liefern Informationen über einige der extremsten und katastrophalsten Ereignisse im Universum, nämlich die gewaltsame Verschmelzung kompakter Objekte wie Neutronensterne und Schwarze Löcher. Es dauerte viele Jahrzehnte, bis sie entdeckt wurden, erst 2014 wurden sie vom LIGO-Observatorium entdeckt und bestätigt. Ihre Entdeckung war ein Meilenstein in der Geschichte der Wissenschaft der Menschheit.

    Heute, mit fast hundert bestätigten Gravitationswellenereignisse, haben wir neue Aspekte unseres Universums erkannt, beispielsweise wie massive Sterne ihre Entwicklung beenden und wie die Schwerkraft wirkt. Mit der Entdeckung der Gravitationswellen haben wir die Tür zur Gravitationsastronomie geöffnet, einem neuen Fenster zur Erforschung unseres Kosmos.

    In diesem Vortrag möchte ich einige historische Punkte Revue passieren lassen, die uns zu einem Verständnis der Wirkungsweise der Schwerkraft geführt haben. Wir werden etwas über die Bedeutung der Entdeckung von Gravitationswellen für die moderne Astrophysik sowie über ihre möglichen Auswirkungen auf unser Verständnis des Universums erfahren.

  • Die ESA Mission ARRAKIHS

    Die ESA Mission ARRAKIHS

    Referentin: Dr. Rebekka Coles-Bieri, Institut für Astrophysik der Universität Zürich

    Frau Dr. Rebekka Coles-Bieri stellt in diesem Vortrag die ESA-Mission ARRAKIHS vor, bei der sie als wissenschaftliche Koordinatorin tätig ist. Die Mission konzentriert sich auf die Beobachtung extrem lichtschwacher Strukturen in den äusseren Bereichen von Galaxien. Diese Strukturen liefern zentrale Hinweise darauf, wie Galaxien wie unsere Milchstrasse wachsen, Materie akkretieren und sich im Zusammenspiel von barionischer Physik und Dunkler Materie entwickeln. Der Vortrag gibt einen Überblick über die wissenschaftlichen Ziele von ARRAKIHS, die Beobachtungsstrategie der Mission sowie die Bedeutung numerischer Simulationen für die Interpretation der erwarteten Beobachtungen.

  • AstroEvent: Ariane 6, die neue Schwerlastrakete Europas + Himmelsbeobachtung

    AstroEvent: Ariane 6, die neue Schwerlastrakete Europas + Himmelsbeobachtung

    Referent: Prof. Stefan Schlechtriem

    Prof. Stefan Schlechtriem nimmt uns mit in die spannende Entwicklung der europäischen Raumfahrt mit dem Thema «Ariane 6 die neue Schwerlastrakete Europas; wo kommen wir her, wo gehen wir hin?». Anschliessend beobachten wir die Sterne und Planeten mit unseren Teleskopen.

    Die Ariane 6 repräsentiert die neueste Generation der Trägerraketen und sichert Europas eigenständigen Zugang zum Weltraum. Im Juli 2024 absolvierte die Ariane 6 ihren erfolgreichen Jungfernflug und läutete damit ein neues Kapitel der europäischen Raumfahrt ein. Sie spielt eine Schlüsselrolle für Bereiche wie Telekommunikation, Erdbeobachtung, Navigation und Weltraumforschung.

    Zur Person: Prof. Stefan Schlechtriem ist Direktor des Instituts für Raumfahrtantriebe beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Eines seiner aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekte ist die Ariane 6.

  • Sonnenfinsternis am 12. August 2026 in Spanien

    Sonnenfinsternis am 12. August 2026 in Spanien

    Referent: Markus Burch (AGL)

    Im nächsten Sommer wird in Europa nach längerem Unterbruch wieder eine totale Sonnenfinsternis stattfinden. Wir schauen uns an, wo die Finsternis überall zu sehen ist und welche Phänomene zu erwarten sind. Aus welchem Saros-Zyklus stammt die Finsternis. Wo war die letzte Finsternis und wo wird die nächste sein? Was macht das Wetter in Spanien und Island? Wo dürfte statistisch gesehen die beste Möglichkeit sein die Finsternis zu beobachten? Wie mache ich eine Fotografie als Erinnerung. Wie sieht die hoch partielle Finsternis in Luzern beim Sonnenuntergang aus.

    Da nach einer Finsternis auch vor einer Finsternis ist, schauen wir schon auf die totale Sonnenfinsternis vom 2. August 2027, welche ebenfalls einen Teil von Spanien trifft und dann im nordafrikanischen Raum für mehr als 6 Minuten den Himmel verfinstert.

  • Die Voyager-Raumsonden – Erforscher der Gasriesen und interstellare Pioniere + Himmelsbeobachtung

    Die Voyager-Raumsonden – Erforscher der Gasriesen und interstellare Pioniere + Himmelsbeobachtung

    Jonathan Nowack vom Team viadalat präsentiert die Voyager-Missionen, die als erste Raumsonden unser Sonnensystem verliessen. Er zeigt, wie diese Sonden die Gasriesen erkundeten und heute noch Daten aus dem interstellaren Raum senden. Im Anschluss findet eine Himmelsbeobachtung auf der Sternwarte viadalat statt.

    Im Jahre 1977 wurden zwei identische Raumsonden in das äussere Sonnensystem geschickt. Die Missionen Voyager 1 und 2. Ihre Hauptmission war es die 4 Gasplaneten Saturn, Jupiter, Uranus und Neptun genauer zu untersuchen. Nachdem diese Aufgabe erfüllt war, wurden die beiden Raumsonden auf eine Trajektion gebracht, mit dem Ziel, sie aus dem Sonnensystem zu katapultieren. Dies gelang ihnen nach einigen Jahrzehnten an Flugzeit auch, was sie zu den ersten und bis jetzt einzigen interstellaren Raumsonden machte.

    Heute, nach fast 50 Jahren, sind die Raumsonden immer noch in Betrieb und kommunizieren regelmässig mit der Erde. Kommen sie vorbei und lernen sie, wie diese technologischen Meisterwerke funktionieren und was sie uns alles über das äussere Sonnensystem beibrachten.

  • Die eruptive Sonne und ihr Einfluss auf die Erde + Himmelsbeobachtung

    Die eruptive Sonne und ihr Einfluss auf die Erde + Himmelsbeobachtung

    Prof. Solanki beleuchtet Sonneneruptionen, die technische Systeme gefährden. Er erklärt, wie Vorhersagen getroffen werden und welche Rolle das Magnetfeld spielt. Im Anschluss findet eine Himmelsbeobachtung auf der Sternwarte viadalat statt.

    Unter den vielen aktiven Phänomenen unseres unruhigen Sterns, der Sonne, sind die energiereichen Eruptionen (Flares) und die riesigen koronalen Massenauswürfe (CMEs) die eindrucksvollsten. Diese haben auch den größten Einfluss auf die Erde, z.B. ruft ein zur Erde gerichteter koronaler Massenauswurf diverse Phänomene in der Magnetosphäre und der oberen Atmosphäre der Erde hervor. Zudem können dadurch auch exponierte oder empfindliche technische Systeme, z.B. Satelliten, beeinträchtigt oder gar zerstört werden. Von besonderem Interesse sind sogenannte Superflares, massive Eruptionen, die zum Glück sehr selten auftreten. Dank der Untersuchung von anderen Sternen und Baumringen, welche Informationen über die historische Sonnenaktivität speichern, gibt es jetzt Hinweise, wie häufig solche besonders massive und vermutlich besonders zerstörerische Ereignisse vorkommen. Die Hauptquelle der Aktivität der Sonne ist deren komplexes und dynamisches Magnetfeld, welches auch eine wichtige Rolle bei der Vorhersage dieser destruktiven Ereignisse spielt. Leider ist es bisher nur recht bedingt möglich solare Eruptionen oder Massenauswürfe vorher zu sagen Die gegenwärtig in der Vorbereitung befindliche Vigil Mission der ESA soll eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Vorhersagen spielen.

  • Pulsare

    Pulsare

    Referent: Dr. Eduardo Rubio-Herrera

    Die Astronomische Gesellschaft Zug lädt herzlich ein zu einem faszinierenden Vortrag mit Dr. Eduardo Rubio-Herrera über das Thema Pulsare. Das sind hochkompakte, extrem dichte Objekte, die zu den spannendsten Phänomenen des Universums gehören. Eduardo Rubio-Herrera (Guatemala, 1978) ist Astrophysiker und spezialisiert auf die Endstadien der Sternentwicklung.

    Neben seiner Forschung engagiert sich Eduardo leidenschaftlich in der Wissenschaftsvermittlung: Er organisiert Bildungsprojekte, hält Vorträge und schreibt populärwissenschaftliche Artikel für Zeitungen und Zeitschriften in verschiedenen Ländern – von moderner Astronomie bis hin zur Maya-Astronomie seiner Heimat Guatemala.

    Der Vortrag richtet sich sowohl an interessierte Laien als auch an Fachleute.

  • Ein Luzerner entdeckte den Orionnebel

    Ein Luzerner entdeckte den Orionnebel

    Referent: Prof. em. Markus Ries (Uni Luzern)

    Ein Astronom aus der Stadt Luzern galt lange als Entdecker von Messier 42: Johann Baptist Cysat (1587-1657). Der Luzerner Physiklehrer und Jesuit, der mit Johannes Kepler im Kontakt stand, erwähnte den Nebel in seiner Kometenschrift von 1619. Es lohnt sich, ein Blick auf unseren Vorfahr zu werfen: Wie beschrieb er M 42, den Galileo Galilei zur gleichen Zeit in der Skizze des Sternbildes nicht eingetragen hat? Wer hat Cysat wann den Rang als „Entdecker“ abgelaufen? Nach ihm ist sogar ein astronomisches Beobachtungsziel für den Feldstecher benannt – kein Asteroid. Worum könnte es sich handeln?

  • Dönnis Erdscheibe

    Dönnis Erdscheibe

    Referent: Dr. Urs Hafner (Historiker, Bern)

    Melchior Dönni ist überzeugt: Die Erde ist eine Scheibe. Um 1900 lässt der Luzerner Käser sein Relief der flachen Erde in Bern patentieren. Er rechnet damit, dass es in den Schulen den Globus ablösen wird. Zudem breitet er sein Weltbild in mehreren Broschüren aus. Dönni ist im deutschen Sprachraum einer der ersten «Flacherdler». Wie ist der erfolgreiche Geschäftsmann zu seiner Theorie gekommen, warum hat er sie veröffentlicht, weshalb wurde er totgeschwiegen?

    Diese etwas spezielle Geschichte hat nicht nur einen Bezug zu Luzern und zur Astronomie, sondern auch zur AGL: Melchior Dönnis Ururgrossvater ist auch ein direkter Vorfahre von Werni Dönni, seit 2005 Mitglied im Demonstratoren Team der Sternwarte Luzern.

  • Die Euclid-Mission Kosmologie und die Beiträge der Fachhochschule Nordwestschweiz

    Die Euclid-Mission Kosmologie und die Beiträge der Fachhochschule Nordwestschweiz

    Referent: Tino Heuberger, Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW)

    Das ESA Weltraumteleskop Euclid kartografiert die dunkle Materie und die dunkle Energie im Universum, zwei der grössten ungelösten Rätsel der modernen Kosmologie. Seit ihrem Start liefert die Raumsonde beeindruckende Bilder und präzise Daten zur Struktur und Entwicklung des Universums. In diesem Vortrag werden die wissenschaftlichen Ziele, der aktuelle Missions-Status, ein paar der ersten Bilder / Ergebnisse und der kritische Beitrag der FHNW zur Software der Boden-Infrastruktur vorgestellt.

    Tino Heuberger ist als Programmierer an der Euclid-Mission tätig und Mitglied der AVA.

    Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen und kostenlos.

  • Sind wir allein? Die Suche nach Leben im Universum

    Sind wir allein? Die Suche nach Leben im Universum

    Referentin: Dr. Birgit Huber

    Ausserirdisches Leben fasziniert die Menschheit seit jeher. Dr. Birgit Huber lädt Sie ein zu einer spannenden Reise in die Tiefen des Universums. Gemeinsam erkunden wir die zentralen Fragen der Astrobiologie: Was ist Leben? Welche exotischen Lebensformen könnten existieren? Welche Planeten und Monde sind die vielversprechendsten Kandidaten für ausserirdisches Leben?

    Lassen Sie sich von atemberaubenden Bildern aktueller Satellitenmissionen begeistern und erfahren Sie, mit welchen Methoden Wissenschaftler nach Leben jenseits der Erde suchen.

    Der Vortrag richtet sich sowohl an interessierte Laien als auch an Fachleute. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und den gemeinsamen Austausch im Anschluss!